Diese Website verwendet Cookies und ähnliche Technologien. Dabei handelt es sich um kleine Textdateien, die auf eurem Computer gespeichert und ausgelesen werden. Indem ihr auf "Alles akzeptieren" klickt, stimmt ihr der Verarbeitung von Daten, der Erstellung und Verarbeitung von individuellen Nutzungsprofilen über Websites und über Partner und Geräte hinweg sowie der Übermittlung eurer Daten an Drittanbieter zu, die eure Daten teilweise in Ländern außerhalb der Europäischen Union verarbeiten (GDPR Art. 49). Einzelheiten hierzu findet ihr in den Datenschutzhinweisen. Die Daten werden für Analysen und für eigene Zwecke Dritter verwendet. Weitere Informationen, auch über die Datenverarbeitung durch Drittanbieter und die Möglichkeit des Widerrufs, findet ihr in den Einstellungen und in unseren Datenschutzhinweisen. Hier könnt ihr mit den notwendigen Tools fortfahren.
- Verlag: Suhrkamp
- Autor: Bernhard Peters
- Artikel-Nr.: KNV4173601
- ISBN: 9783518580790
"In welchem Sinn können wir Institutionen oder soziale Verhältnisse rational oder irrational, vernünftig oder unvernünftig nennen? Es bietet sich an, diese Fragen am Beispiel des Rechts zu diskutieren. Lange ist Recht in unserer westlichen politischen Kultur als die entscheidende Form vernünftiger Gesellschaftsgestaltung angesehen worden. Lang ist jedoch auch die Liste der kritischen Gegenpositionen, denen Recht als »Urphänomen irrationaler Rationalität« (Adorno) gilt oder als verselbständigtes Subsystem mit eigener »Systemrationalität«, die alle Vorstellungen einer vernünftigen Gesamtordnung obsolet macht. In philosophischen, rechtstheoretischen und gesellschaftswissenschaftlichen Analysen des modernen Rechts finden wir eine Proliferation von Rationalitätsbegriffen (»formale«, »materiale«, »prozedurale«, »systemische« Rationalität), deren Bedeutung und deren deskriptiver oder normativer Status häufig unklar ist. Sozialkritiken und Krisentheorien lassen sich als Kritik an Rationalitätsdefiziten des Rechts und anderer Institutionen lesen; aber die Kritikmaßstäbe werden selten ausgewiesen. In der deutschen Tradition ist die Rationalitätsproblematik zudem in unklarer Weise mit dem Thema der Legitimität rechtlicher und politischer Ordnungen verknüpft worden. Angesichts dieser Problemlage entwickelt Bernhard Peters einen begrifflichen Rahmen für empirische, normative und kritische Gesellschaftstheorien, der zwei zentrale Elemente enthält: eine Konzeption institutioneller Ordnung und einen multidimensionalen Rationalitätsbegriff."