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- Verlag: Bibliothek der Provinz
- Autor: Clemens Fürtler
- Artikel-Nr.: KNV98217412
- ISBN: 9783991263609
Diese Zivilisations-Maschinen zeigen eine moderne Welt als menschenleere, seelenlos technoide Apparatur, die in ihrem Perpetuum mobile-Modus weder Gefühle noch reflektive Distanz zu sich selbst entwickeln kann: ein in sich selbst gefangenes, sich selbst genügendes System im Dauer-Loop. [...]
Die sich selbst genügende Maschine ist allerdings nur ein Teil dessen, was Fürtlers Bildmaschinen repräsentieren und vermitteln. Eine Maschine ist ja in erster Linie kein Selbstzweck, sondern dafür konstruiert, etwas zu erschaffen und zu produzieren. Fürtlers Arbeiten sind also nicht nur Maschinerie, sondern Maschinen, die Bilder produzieren. Und zwar nicht nur Bilder im Kopf in Form von Assoziationen, sondern auch ganz konkrete Bilder. Die sich bewegenden Elemente, Autos und Eisenbahnen, sind mit kleinen Scheinwerfen und zum Teil mit Kameras ausgestattet. Auch in die Architekturelemente sind Beleuchtungselemente integriert, die sowohl statische als auch dynamische Licht- und Schatteneffekte auf den umliegenden Wänden bzw. mit den Kameras bewegte Bilder erzeugen. Diese wirken umso stärker, als Fürtler die Ausstellungsräume immer ins Dunkel taucht, so dass die Licht- und Schattenspiele markant zur Geltung kommen.
Fürtlers Lichtinszenierung bewirkt damit einen Transformationsprozess vom dreidimensionalen Objekt zum zweidimensionalen Lichtspiel und bewegten Bildern auf einer Fläche, mithin vom realen Objekt zum Bild. Seine Bildmaschinen sind also Maschinen, die Objekte in Bilder verwandeln.
In weiterer Folge präsentiert Fürtler Werke, die in diesem Transformationsprozess noch einen Schritt weiter gehen. Er übersetzt die Licht- und Schatteneffekte in autonome Kunstwerke, in eigenständige Objekte: in Fotogramme, also Direktbelichtungen auf Fotopapier, in Polaroids, in bewegte Bilder und schließlich auch in Malerei auf Leinwand. Seine Ausstellungen präsentieren all diese unterschiedlichen Erscheinungsformen gleichzeitig: das Objekt selbst, seinen Lichtabdruck bzw. seinen Schattenwurf in Echtzeit im selben Raum, den fotomechanischen Lichtabdruck als Fotogramm oder fotografisches Bild, filmische Bilder und schließlich das manuell und subjektiv hergestellte Bild des Objekts in der Form von Malerei. Fürtler nimmt uns mit auf eine Reise durch Erlebnis- und Erscheinungsformen der Wirklichkeit. Am Ende verschmelzen der Künstler und sein Werk zu einer einzigen komplexen Bildmaschine, die Objekte und Bilder herstellt und diese permanent und simultan in andere Aggregatzustände überführt.
(Reinhard Spieler, Exzerpt aus seinem Textbeitrag "Bildmaschinen")
[Dieser Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung | This catalogue is published on the occasion of the exhibition Clemens Fürtler. Bildmaschinen, Museum Liaunig, Neuhaus / Suha, 26.4.-31.10.2025]