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- Verlag: Nova MD
- Autor: Jan-Dirk Dr. med. Fauteck
- Artikel-Nr.: KNV98557410
- ISBN: 9783690282352
Die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis ist in Deutschland eine Volkskrankheit mit 156 möglichen Beschwerden. Unter allen Krankheiten mit Hormonbeteiligung ist sie eine der häufigsten. Ihre Entstehung ist vielschichtig und nicht zur Gänze verstanden. Etwa jede dritte Schilddrüse könnte krankhafte Veränderungen zeigen, würden alle untersucht werden. Das meldete Ende 2024 das Deutsche Schilddrüsenzentrum in Köln, eine Plattform von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen.
Hervorzuheben ist, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis bei Patientinnen und Patienten unterschiedlichen Alters auftritt, auch bei Kindern. Sie kommt im weiblichen Körper sehr viel häufiger vor. Das Verhältnis der erkrankten Frauen zu Männern wird in den meisten Studien zwischen 5:1 und 10:1 ermittelt, in manchen Bevölkerungen sogar bis zu 20 Mal öfter. Alle mit einer Hashimoto-Thyreoiditis verbundenen Beschwerden sind mit Symptomen von anderen nicht übertragbaren Krankheiten identisch. Die Wirkungen zeigen sich nur in den Zielorganen, von denen einige einen halben Meter oder noch weiter von der Schilddrüse entfernt sind.
Der Unterschied zwischen den Betrachtungsweisen von unzähligen Patientinnen und Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis und ihren Ärztinnen oder Ärzten ist gewaltig. Für die Medizin ist das Problem gelöst. Wenn die Schilddrüse nicht die notwendigen Hormone liefert, dann müssen sie eben aus der Apotheke kommen. Viele Betroffene erleben jedoch die dunkle Seite dieser Einstellung. Ihre Blutwerte liegen wegen der Medikamente zwar häufig oder vorübergehend wieder im Normalbereich. Es geht ihnen jedoch weiterhin schlecht. Dann setzt offensichtlich das künstliche Schilddrüsenhormon nicht wie erwartet dort an, wo das Problem besteht. Denn die Ursache für alle Beschwerden, die zur Diagnose einer Unterfunktion der Schilddrüse passen, muss nicht unbedingt eine verminderte Leistung dieser Hormonquelle selbst sein. Es gibt auch völlig andere Erklärungen. Auslöser der Probleme müssen und können außerhalb der Drüse, ganz woanders, gesucht und gefunden werden. Am Ende drängen sie schließlich die Schilddrüse in eine Unterfunktion.