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- Verlag: De Gruyter
- Autor: Till Greite
- Artikel-Nr.: KNV10543897
- ISBN: 9783112243435
Die ästhetischen wie kulturpolitischen Metamorphosen um 1945, die umstrittene 'Stunde Null' mit ihren Implikationen von Neubeginn, tabula rasa, Schuldvergessen und Kontinuitätsbestreben, werden in diesem Band diskutiert und mit dem Fokus auf das Prozessuale als 'lange Stunde Null' neu interpretiert. Anhand von Fallanalysen und vergleichenden Konstellationen nehmen Literatur-, Geschichts-, Film- und Medienwissenschaftler*innen eine Lagebestimmung post-1945 aus interdisziplinärer Perspektive vor und erläutern, wie Beiträge in Literatur, Kunst und Film das Spannungsgefüge zwischen brüchiger Kontinuität und emphatisch gesetzten Neuanfängen bezeugen. Dabei werden erstmalig die ästhetischen Transformationen in Ost und West in ihrer geteilten Ausgangslage des Nationalsozialismus und die an den Siegermächten vollzogenen Neuausrichtungen komparatistisch entzifferbar gemacht. Verdrängungen und Legendenbildungen, aber auch überraschende Diagnosen und Interventionen prägten eine der kontrovers diskutiertesten Epochen
der deutschen Literatur- und Mentalitätsgeschichte, die bis in unsere heutige Zeit fortwirkt.
Link zum Forschungsprojekt: The Long Zero Hour