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- Verlag: Herder, Freiburg
- Autor: Theodoros Prodromos
- Artikel-Nr.: KNV98611334
- ISBN: 9783451024559
Einer der zentralen Texte zum im griechischen Mittelalter kaum explizit diskutierten Thema Freundschaft stammt aus dem 12. Jahrhundert: In dem Dialog über die Freundschaft im Exil lässt Theodoros Prodromos, ein bedeutender Dichter am Hofe der Komnenenkaiser, die Freundschaft und einen Fremden auftreten. Die Freundschaft berichtet von ihren schlechten Erfahrungen mit ihrem Gemahl, der Welt (Kosmos), der sie aus dem gemeinsamen Haus vertrieben hat. In einem langen Monolog referiert sie über ihre Vorzüge und ihren hohen Stellenwert. Sie streicht ihre versöhnliche Haltung gegenüber Kosmos trotz der schlechten Behandlung hervor. Nach ihrem Auszug aus der Welt traten Hass und Missgunst auf, welche große Unruhe und Chaos erzeugten. Der Fremde fragt die Freundschaft letztendlich, ob sie in seine Hütte einziehen wolle, und sie akzeptiert.
Wenngleich die Struktur und die Komposition an frühere Texte sowie Romane erinnern, so lassen sich aktuelle Bezüge nicht leugnen. Gerade im 12. Jahrhundert erlebte die byzantinische Gesellschaft viele Unsicherheiten (Kreuzzüge, politische Veränderungen an der Ostgrenze des Reichs sowie zunehmend innenpolitische Verwerfungen), in deren Kontext Reflexionen über Freundschaft dankbar aufgenommen wurden. Der Text dürfte sein Publikum gefunden haben und ist gerade auch heute äußerst lesenswert.