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- Verlag: Oldenbourg
- Autor: Elisabeth Perzl
- Artikel-Nr.: KNV10734607
- ISBN: 9783111680187
Nach 1945 waren Frauen in allen Ressorts der Bayerischen Staatsregierung tätig. Das Grundgesetz garantierte ihnen Gleichberechtigung, aber in der Verwaltungspraxis wurde sie nicht verwirklicht. Bis in die späten 1980er-Jahre arbeiteten die meisten Frauen in geschlechtsspezifischen und statusniederen Bereichen. Frauen waren in der Nachkriegsdemokratie nur vermeintlich gleichberechtigte Staatsbürgerinnen.
Elisabeth Perzl beleuchtet in ihrer Studie erstmals die Geschichte von Arbeiterinnen, Angestellten und Beamtinnen. Obwohl sie einen Großteil des Verwaltungspersonals stellten, hat die Forschung ihre Rolle bisher vernachlässigt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Demokratisierung der Verwaltung nach 1945 auf innerbehördliche Geschlechterverhältnisse auswirkte. Anhand von Kollektivbiografien rekonstruiert die Autorin Erfahrungsräume weiblicher Beschäftigter, analysiert Karrieremuster, strukturelle Hürden und Ausschlüsse und fragt nach den Bedingungen erfolgreicher Verwaltungskarrieren von Frauen. Deutlich wird: Demokratisierung bedeutete nicht zwingend mehr Geschlechtergerechtigkeit sie blieb durch patriarchale Institutionen und antifeministische Praxis begrenzt.