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- Verlag: Carl-Auer
- Autor: Ralph Gerstenberg
- Artikel-Nr.: KNV10758670
- ISBN: 9783849706593
Ist der "typische" ostdeutsche Mann ausländerfeindlich und rassistisch, reaktionär bis rechtsextrem? Haben ostdeutsche Frauen nach dem Mauerfall ihr Glück im Westen gesucht und oft auch gefunden? Sind die Männer in der Regel im Osten geblieben, wurden abqualifiziert und abgehängt? So legen es gängige Narrative nahe.
Das Stereotyp vom zurückgebliebenen, die AfD wählenden und für die Gesellschaft verlorenen Ostmann könnte jedoch tatsächlich zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Jemand, der permanent zur problematischen Figur stilisiert wird, neigt dazu, ein Problemfall zu werden.
Der in Ostberlin geborene und aufgewachsene Ralph Gerstenberg untersucht in seinem gesellschaftsanalytischen Essay Ost-West-Unterschiede und soziokulturelle Prägungen. Er zeigt, wie damit zusammenhängend Zuschreibungen entstehen und was sie bewirken. In Zeiten, in denen Rechtspopulisten bei Landtagswahlen im Osten Deutschlands mit absoluten Mehrheiten rechnen können, ist es dringend notwendig, genauer hinzusehen und den männlichen Teil der Bevölkerung zwischen Oder und Elbe nicht abzuschreiben, sondern in seiner Mentalität wahrzunehmen und Vorurteile abzubauen. Seine Erkundung ostdeutscher Männlichkeit - auch über eine Form der Selbsterkundung - führt zu erhellenden Einsichten.
Der Autor:
Ralph Gerstenberg ist Autor und Journalist. Er hat Kriminalromane, Erzählungen und Hörbücher veröffentlicht. In Radiofeatures setzt er sich mit gesellschaftspolitischen, sozialen und kulturellen Themen auseinander. Veröffentlichungen u. a.: Wir Schlaflosen. Kritik der Übermüdungsgesellschaft (2024).