Diese Website verwendet Cookies und ähnliche Technologien. Dabei handelt es sich um kleine Textdateien, die auf eurem Computer gespeichert und ausgelesen werden. Indem ihr auf "Alles akzeptieren" klickt, stimmt ihr der Verarbeitung von Daten, der Erstellung und Verarbeitung von individuellen Nutzungsprofilen über Websites und über Partner und Geräte hinweg sowie der Übermittlung eurer Daten an Drittanbieter zu, die eure Daten teilweise in Ländern außerhalb der Europäischen Union verarbeiten (GDPR Art. 49). Einzelheiten hierzu findet ihr in den Datenschutzhinweisen. Die Daten werden für Analysen und für eigene Zwecke Dritter verwendet. Weitere Informationen, auch über die Datenverarbeitung durch Drittanbieter und die Möglichkeit des Widerrufs, findet ihr in den Einstellungen und in unseren Datenschutzhinweisen. Hier könnt ihr mit den notwendigen Tools fortfahren.
- Verlag: Matthes & Seitz Berlin
- Autor: Georg Seeßlen
- Artikel-Nr.: KNV10779670
- ISBN: 9783751830799
Das 20. Jahrhundert prägte der Siegeszug von Wissenschaft und Technik, während Marktwirtschaft und Demokratie wiederholt in tiefe Krisen gerieten. Börsencrashs und Massenarbeitslosigkeit offenbarten die Schwächen liberaler Systeme. Technokratie verspricht hier einen Ausweg. Sie setzt auf die Herrschaft von Experten statt auf demokatischen Konsens. Ihre Wurzeln reichen von antiken Utopien bis zur angelsächsischen Bewegung der 1930er-Jahre, als Vordenker wie Thorstein Veblen und Howard Scott rationale Eliten propagierten. In Deutschland vermischte sich die Idee mit Antisemitismus und Autoritarismus, beeinflusste Sozialismus und Faschismus.
Georg Seeßlen und Markus Metz beschreiben in ihrem Essay die Renaissance einer politischen Idee und zeigen die Gefahren, die drohen, wenn sich Technokratie mit Rechtspopulismus paart. Sie argumentieren, dass im Zeitalter der rasanten Entwicklung von Wissen und Technik auch die Politik einen Teil ihrer Kontrolle und Entscheidungsmacht an die Wissenschaft abgeben muss, allerdings öffentlich reflektiert und demokratisch legitimiert. Eine moderne Demokratie, die stark genug ist, ein technokratisches Element in sich zu begrenzen, müsste dann weniger Angst davor haben, durch die Technokratie bedroht, wenn nicht gar ersetzt zu werden.