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- Verlag: Matthes & Seitz Berlin
- Autor: Marie Luise Knott
- Artikel-Nr.: KNV10779667
- ISBN: 9783751821605
Anfang des 20. Jahrhunderts erfand Christian Morgenstern in einem Kindergedicht diverse fantastische Wesen und Gewächse, darunter »die Turtelunke«, »den Gürtelstier« und »die Tagtigall« - ein Ulk und eine Liebeserklärung an die Möglichkeiten der Sprache zur Welterweiterung. Seit Jahren nun schon siedelt die »Tagtigall« als Lyrik-Kolumne in den Gefilden des Onlinemagazins Perlentaucher, von wo aus sie nahe und ferne Sprachlandschaften - auch poetische Verfahren und Versuchsanordnungen, Sonette, Minnesang, konkrete Poesie - befliegt, besingt und beäugt. Die hier erstmalig versammelten Essays sind Erkundungsflüge und Erkundungsgesänge durchs Dickicht dichterischer Denk- und Sprachbewegungen - aufgeschreckt von einer konkreten Frage, einer konkreten Verwunderung, einer Erschütterung oder einem Entzücken. Die dichten Versuche - über Szilárd Borbély, Nico Bleutge und Bertolt Brecht, über Elke Erb, Kim Hyesoon und Friederike Mayröcker, Oskar Pastior, Jan Wagner, Uljana Wolf u. v. a. - durchstreifen das unwegbare Gelände der Wirklichkeit und erweisen sich als leuchtende Denkbilder. Die Gesänge der Tagtigall sind ein leidenschaftliches Plädoyer für die schöpferische Kraft der Sprache und des Denkens.