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- Verlag: Bibliothek der Provinz
- Autor: Wolfgang Quast
- Artikel-Nr.: KNV10831231
- ISBN: 9783991264484
»Die Malerei wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon des Öfteren totgesagt.
Ursula Quast ist ein Beweis dafür, dass die Malerei lebt und immer wieder zu begeistern vermag.
Fast alle ihre Arbeiten, entstanden im offenen Raum, VOR dem Sujet, aber INMITTEN der spezifischen Atmosphäre eines Raumes, den sie sich durch ihre Arbeit, durch die Wechselbeziehung zwischen ihren Sinnen, ihren Gedanken, den Farben, der Leinwand einerseits und dem Motiv andererseits, zu schaffen imstande war. Sie legt großen Wert auf die Wahl des Malortes, auf jenen Platz, von dem aus sie zu malen beginnt. Nur so kann für sie jener Dialog entstehen, der sie in eine Art Trance hineinführt und das Gelingen des Bildwerks ermöglicht.
Daraus ergibt sich die Vorliebe für bestimmte Landschaften des Südens. Ein gewisser Trancezustand an der Grenze zum gerade noch Erträglichen mag sich in diesen Landschaften auch durch die große Hitze ergeben, schon Vincent van Gogh hat in seinen Briefen aus der Provence an seinen Bruder darüber berichtet.
Zur Abwechslung findet sie dann im etwas kühleren Mühlviertel, im Tal der Aist und in ihrem Garten Inspiration und Ruhe.
Sie erzählte mir, dass ihr beim Malen die Stimmen der Vögel, die Geräusche der Insekten und die Ruhe der Umgebung - beim Malen im Aisttal kommt noch das Plätschern des Wassers hinzu - eine Hülle schaffen, in der sie konzentriert und gut arbeiten kann.
So findet sie, wie bei einer Meditation, zu sich selber und gleichzeitig findet sie sich, in einer Art Transformationsprozess, sich selber in ihrem Bild wieder. Beim Arbeiten in der Arbeit aufgehen, wie man sagt, ist ein schönes, beglückendes Gefühl. Dieses Gefühl kennt wohl jeder, der konzentriert an etwas - und dadurch vielleicht auch an sich selber - arbeitet.«
(Richard Wall, Auszug aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung im Bauernmöbelmuseum Hirschbach 2017)